Jupyter-Notebook einrichten

Vor einiger Zeit schrieb ich einen Artikel zur Einrichtung eines iPython-Notebooks auf einem Linux-System. Im Jahre 2014 wurde – ausgehend von iPython – das Projekt Jupyter ins Leben gerufen. Während iPython auch weiter entwickelt wird, kam die Notebook-Funktionalität zu Jupyter. Neben Python haben die Mitglieder des Jupyter-Projekts dann im Laufe der Zeit auch die Unterstützung für Julia, R, Haskell, Ruby und weitere Programmiersprachen hinzugefügt.

Dementsprechend ist es nun an der Zeit meinen alten Artikel auf den aktuellsten Stand zu bringen und zu zeigen, wie die Einrichtung von Jupyter funktioniert. Als System habe ich mir dafür den Raspberry Pi ausgesucht. Die hier erklärten Anleitungsschritte sind aber auch auf andere Linux-Systeme übertragbar.

Python und Jupyter installieren

Mein Jupyter-Notebook nutze ich zusammen mit Python 3. Standardmäßig ist diese Programmiersprache auf dem Raspberry Pi vorinstalliert. Sollte das bei Euch nicht der Fall sein, so hilft ein

sudo apt-get install python3

weiter.

Für die Installation von Python 3 und dem Jupyter-Notebook könnte man eine All-In-One-Distribution – beispielsweise Anaconda – verwenden. Die jeweils aktuellste Version erhaltet Ihr über die Anaconda-Downloadseite. Da aber auf dem Raspberry Pi Python bereits installiert ist, habe ich einfach das Paketverwaltungsprogramm pip (pip installs packages) genutzt, wobei es sich zunächst empfiehlt, pip auf den aktuellsten Stand zu bringen:

sudo pip3 install --upgrade pip

Die eigentliche Installation von Jupyter folgt anschließend mit:

sudo pip3 install jupyter

Jupyter-Server starten

Der Start erfolgt über die Konsole mit der Anweisung:

jupyter notebook

Dabei wird gleichzeitig auch der Standardbrowser gestartet, der die Seite

http://localhost:8888

öffnet. Möchte man den Browserstart unterbinden, muss man dies als Option angeben:

jupyter notebook --no-browser

Standardmäßig wird Port 8888 genutzt. Dies lässt sich wie folgt ändern (hier zu Port 9090):

jupyter notebook --no-browser --port 9090

Bisher kann man nur mit dem Browser des Systems, auf dem Jupyter installiert wurde, auf das Notebook zugreifen. Soll der Zugriff auch von einem anderen Rechner aus möglich sein, dann müsst Ihr die IP des “Jupyter-Rechners” übergeben (in meinem Fall hat mein Raspberry Pi die IP-Adresse 192.168.178.10):

jupyter notebook --no-browser --ip=192.168.178.10 --port 9090

Es gibt selbstverständlich noch mehr Optionen. Die Eingabe von

jupyter notebook --help

verschafft Euch einen Überblick. Außerdem helfen die Support-Seiten des Jupyter-Projekts weiter.

Falls Ihr eine andere Programmiersprache zusammen mit Jupyter nutzen möchtet, dann müssen zusätzliche Kernel installiert werden. Weitere Informationen dazu gibt es auf Jupyters Internetseiten. Eine Liste der derzeit verfügbaren Kernel findet Ihr auf Github.

Mit der Tastenkombination Control-C kann der Jupyter-Server übrigens wieder gestoppt werden.

Falls Ihr Fragen haben solltet oder Euch Fehler im Code aufgefallen sein sollten, schickt mir eine Nachricht per Twitter (@xernblog) oder eine Email an: python@bodo-schoenfeld.de

Weiterführende Links

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