Seit macOS 26 besteht die Möglichkeit, anstelle von Docker auf Apples Alternative zurückzugreifen; sie hat die Bezeichnung container.
container installieren
Die Installation ist denkbar einfach. Zunächst ruft man die auf Github gehostete Projektseite container auf. In der rechten Spalte sucht ihr nach „Releases“ und klickt auf „Latest“. Ladet die aktuelle Version herunter. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels war es Version 1.2.0 („container-1.2.0-installer-signed.pkg“). Durch einen Doppelklick auf die heruntergeladenen Datei startet der Installationsprozess.
Eine grafische Benutzeroberfläche — wie bei Docker — gibt es derzeit nicht. Nach der Installation steht euch im Terminal der Befehl container zur Verfügung. Der Container-Dienst wird mit folgendem Befehl gestartet:
% container system startBeim ersten Start erhaltet ihr die Information, dass kein Kernel gefunden wurde. Erfreulicherweise wird euch ein Kernel zum Herunterladen angeboten.
% container system start
Launching container-apiserver...
Testing access to container-apiserver...
Verifying machine API server is running...
No default kernel configured.
Install the recommended default kernel from [https://github.com/kata-containers/kata-containers/releases/download/3.28.0/kata-static-3.28.0-arm64.tar.zst]? [Y/n]:Bejaht die Frage mit „Y“ bzw. der Enter-Taste. Es wird nun ein Paket des Projekts Kata Containers heruntergeladen. Die Installation bzw. Einrichtung von container ist damit abgeschlossen.
Alle laufenden Container lassen sich mit ls -a anzeigen:
% container ls -aProbiert dies aus, um sicherzustellen, dass container auf eurem System ausgeführt werden kann. Selbstverständlich werden euch zu diesem Zeitpunkt noch keine laufenden Container angezeigt. Dies wollen wir nun ändern.
Alpine Linux verwenden
Bei Alpine Linux handelt es sich um eine sehr schlanke und schnelle Linux-Distribution. In diesem Beispiel soll nun ein Container mit Alpine Linux aus dem Abbild „alpine“ erstellt werden. Der Befehl dazu lautet:
% container machine create --name alpine-linux --set-default alpine:3.22
alpine-linuxDa sich bisher kein Image von Alpine Linux auf dem System befindet, wird es zunächst heruntergeladen. Um zu überprüfen, ob die Container-Maschine läuft, ist folgender Befehl zu verwenden:
% container machine lsMit dem Befehl name -a lassen sich System- und Kernelinformationen anzeigen, z.B. der Name des Kernels oder die Architektur:
% uname -a
Darwin Granada 25.6.0 Darwin Kernel Version 25.6.0: [...]Dieser einzelne Befehl kann über container machine run [...] auch in der Container-Maschine, also unter Alpine Linux ausgeführt werden:
% container machine run uname -a
Linux alpine-linux 6.18.15 #1 SMP Tue Mar 17 01:36:53 UTC 2026 aarch64 LinuxDies führt dazu, dass nun die Informationen zum Linux-System angezeigt werden. Würde man nur container machine run ausführen, würde man zur Eingabeaufforderung des Linux-Systems wechseln (erkennbar an dem $-Zeichen):
% container machine run
/Users/bodo $ Nun könnte man wiederum uname -a ausführen:
$ uname -a
Linux alpine-linux 6.18.15 #1 SMP Tue Mar 17 01:36:53 UTC 2026 aarch64 LinuxMit dem Befehl exit verläßt man die Linux-Eingabeaufforderung und kehrt zu Z-Shell von macOS zurück.
Der Linux-Container wird mit folgendem Befehl gestoppt:
% container machine stop alpine-linuxFalls er gar nicht mehr benötigt wird, kann er auch gelöscht werden:
% container machine rm alpine-linux
alpine-linux
Deleted default container 'alpine-linux'. Set a new default with 'container machine set-default <id>'.Dies war nur ein kleines Beispiel, um zu demonstrieren, wie container genutzt werden kann. Es gibt selbstverständlich noch viel mehr Möglichkeiten. Ihr solltet daher auf jeden Fall einen Blick in das offizielle Tutorial werfen.
container deinstallieren
Falls ihr container nicht mehr verwenden möchtet, könnt ihr für die Deinstallation das Shell-Skript uninstall-container.sh verwenden, das sich im Verzeichnis /usr/local/bin befindet. Der Befehl für die Deinstallation lautet:
% /usr/local/bin/uninstall-container.sh -dFazit
Auch wenn sich container noch in einem frühen Stadium befindet, ist es eine interessante Alternative zu Docker. Der Vorteil von container besteht vor allem darin, dass für jeden einzelnen Container eine sehr schlanke virtuelle Maschine mit einem Linux-Kernel verwendet wird, anstatt wie bei Docker nur eine große Virtuelle Maschine zu starten, in der dann die Container laufen. Der Ansatz von Apple ist damit deutlich ressourcenschonender.
