C++ — Über Compiler, Editoren und IDEs

In diesem Grundlagen-Artikel geht es um den Einstieg in C++, also um solche Sachen wie Compiler oder den „richtigen“ Editor. Außerdem möchte ich anhand eines Hello-World-Programms zeigen, wie eine ausführbare Datei erstellt werden kann.

Compiler

C++ ist eine Programmiersprache, bei der mittels eines Compilers der Code in Maschinensprache „übersetzt“ werden muss. Dies macht den Unterschied zu Sprachen wie JavaScript oder Python aus, bei denen mittels eines Interpreters die Umwandlung in Maschinensprache zur Laufzeit des Programms stattfindet.

Ob auf eurem Computer bereits ein Compiler vorhanden ist, lässt sich mit folgenden Befehlen feststellen:

  • Windows:
    • cl (MSVC, im Developer Command Prompt ausführen)
    • g++ --version (MinGW)
    • clang++ --version (Clang / LLVM))
  • Linux: g++ --version
  • macOS: clang++

Für die Programmierung in C++ stehen unterschiedliche Compiler zur Verfügung. Unter Linux ist das in der Regel g++, unter macOS kommt clang zum Einsatz und unter Windows kann Microsofts C++ Compiler (MSVC) genutzt werden. Darüber hinaus ist MinGW sehr beliebt.

Editoren und IDEs

Für Windows, Linux und macOS stehen einige Editoren und IDEs zur Verfügung. Die Abkürzung IDE steht übrigens für Integrated Development Environment. Es handelt sich dabei um professionelle Entwicklertools, die nicht nur über einen Code-Editor verfügen, sondern darüber hinaus auch Compiler (oder Interpreter) sowie beispielsweise diverse Werkzeuge für die Fehlersuche mit an Bord haben. Für Anfänger mögen IDEs deswegen eher abschreckend sein, so dass die Verwendung eines Editors für den Einstieg geeigneter sein mag.

Hier eine Auswahl beliebter Code-Editor:

Aktuelle Versionen können von den jeweiligen Internetseiten der Entwickler herunterladen werden. Linux-Nutzer können alternativ auch einen Blick in ihre Paketverwaltung werfen; häufig finden sich dort entsprechende Pakete.

Und hier eine Auswahl von IDEs (die übrigens nicht nur für die C++-Programmierung geeignet sind):

Eclipse, Visual Studio, Netbeans und CLion erhält man über die jeweiligen Internetseiten. Und Xcode kann über Apples App Store heruntergeladen werden. Darüber hinaus wird bei manchen Linux-Distributionen das Programm Eclipse über die Paketverwaltung angeboten.

Wie Eclipse auf einem Mac installiert werden kann, wird in diesem Artikel erklärt.

Was muss unter Windows beachtet werden?

Abgesehen von der Installation eines Editors oder einer Entwicklungsumgebung, bedarf es unter Windows weiterer Handgriffe, denn es muss auch das Microsoft C++ (MSVC) compiler toolset installiert sein (sofern Microsofts Compiler genutzt werden soll).

Visual Studio

Wenn ihr Visual Studio verwenden möchtet, müsst ihr während des Installationsvorgangs die Option „Desktopentwicklung mit C++“ aktivieren. Dies könnt ihr übrigens auch noch nachträglich im Visual Studio Installer vornehmen. Dies führt dazu, dass Microsoft C++ (MSVC) compiler toolset installiert wird.

Visual Studio Code

Wenn ihr Visual Studio Code verwenden möchtet, solltet ihr die C/C++ extension for VS Code installieren. Dazu klickt ihr in der Navigationsleiste von Visual Studio Code auf Extensions und sucht nach der C/C++ extension for VS Code. Diese Erweiterung wird von Microsoft herausgegeben.

Wenn ihr — abgesehen von Visual Studio Code — ebenfalls Visual Studio auf eurem Windows-System habt, öffnet ihr den Visual Studio Installer und aktiviert die Option „Desktopentwicklung mit C++“.

Alternativ könnt ihr — ohne Visual Studio zu installieren —, das Microsoft C++ (MSVC) compiler toolset separat von Microsofts Internetseite herunterladen. Weiter unten auf jener Webseite findet ihr den Abschnitt „Alle Downloads“. Sucht dort unter „Tools für Visual Studio“ nach „Buildtools für Visual Studio 2026“.

Hinweis: Zur Installation von Microsofts Compiler-Tools findet ihr auf Microsofts Support-Seite ausführliche Informationen.

Im Hinblick auf die zahlreichen Konfigurationsschritte, die man unter Windows — für die Nutzung von Visual Studio Code — vornehmen muss, gelangt man mit Visual Studio schneller zum Ziel. Diese IDE steht übrigens auch als kostenlose Community Edition zum Download bereit. Der Preis den dieser Weg hat, ist aber das Arbeiten mit einer deutlich komplexeren Software, wobei man heutzutage argumentieren kann, dass Visual Studio Code aufgrund des Funktionsumfangs eher einer IDE ähnelt (und entsprechend kompliziert ist).

Wie bereits oben erwähnt, ist der Compiler Mingw eine beliebte Alternative zu Microsofts Compiler. Eine Anleitung zur Einrichtung von MinGW für die Verwendung mit Visual Studio Code findet Ihr hier.

Hello, World!

Werfen wir nun noch einen Blick auf ein simples Hello-World-Programm. Für das folgende Beispiel verwende ich Visual Studio Code, aber selbstverständlich könnt ihr auch einen anderen Editor (oder eine IDE) eurer Wahl nutzen. Gebt dort folgenden Code ein:

#include <iostream>

using namespace std;

int main() {
    cout << "Hello, World!" << endl;
    return 0;
}

Speichert dann die Datei unter der Bezeichnung „hello.cpp“ ab. Wenn Ihr Visual Studio Code verwendet und die C/C++ Extension bisher nicht installiert habt, wird euch diese Erweiterung C/C++ Extension zur Installation angeboten. Dies sollte mit einem Klick auf „Install“ akzeptiert werden. Beachtet, dass ihr gegebenenfalls auch noch einen Compiler installieren müsst (siehe oben).

Unter Linux und macOS kann in einem Terminal der Compiler wie folgt aufgerufen werden:

// Linux
$ g++ -o hello hello.cpp

// macOS
$ clang++ -o hello hello.cpp

Die Verwendung von g++ -o hello hello.cpp mag unter macOS übrigens auch funktionieren.

Aufgrund der Anweisung

$ g++ -o hello hello.cpp

wird die ausführbare Datei „hello“ erzeugt. Ohne die Option -o (output) würde man lediglich eine (wenig aussagekräftige) Datei mit der Bezeichnung „a.out“ erhalten.

Diese Datei kann wie folgt ausgeführt werden, was zur Ausgabe von „Hello, World!“ führt:

$ ./hello

Unter Windows wird hingegen eine EXE-Datei erstellt („hello.exe“), die — wie gewohnt — mit einem Doppelklick ausgeführt werden kann.

Fazit

Damit habt ihr nun einiges Basiswissen zur Programmierung mit C++ kennengelernt. Zu den Editoren, IDEs und Compilern gäbe es noch mehr zu sagen. Aber für den Einstieg mögen die bisherigen Ausführungen genügen.

Weiterführende Links