Markdown-Editoren

Seit der Einführung von Markdown im Jahre 2004, stehen hierfür eine Reihe von Schreibwerkzeugen zur Verfügung.[1] Da auf meinem Mac in der Regel Sublime Text 3 läuft, verwende ich diesen Texteditor für Markdown-Dokumente. In der Shell greife ich hingegen zu vim. Darüber hinaus existieren aber noch weitere sehr gute Editoren, insbesondere für OS X und iOS. Drei dieser Programme möchte ich Euch mit diesem Artikel näher bringen.

ia Writer

Fangen wir mit dem iA Writer von Information Architects Inc. an. Denn ein Teil dieses Beitrags ist mit dieser Anwendung entstanden (auf dem Mac und dem iPad). Neben diesen beiden Geräteklassen ist iA Writer seit 2015 übrigens auch für Android-Geräte verfügbar.

Was bei diesem Programm sofort auffällt ist seine Schlichtheit. Die Macher des iA Writer haben sich dieses Prinzip für ihre Produkte auf die Fahnen geschrieben. Auf ihrer Homepage heißt es:

“Our principle: reduce form and content to their essence.”

Nach dem Programm-Start erscheint eine leere Seite (bzw. leeres Fenster). So kann man sich beim Schreiben — insbesondere im Vollbildmodus — voll und ganz auf seinen Text konzentrieren. Etwaige Menüs sind nicht sichtbar, blenden sich aber ein, sobald man — auf dem Mac — mit dem Mauszeiger den oberen oder unteren Rand berührt. Darüber hinaus existiert ein Focus-Mode. Einmal aktiviert, wird sämtlicher Text mit Ausnahme des aktuellen Satzes, der gerade zu “Papier” gebracht wird, ausgegraut. Selbstverständlich existiert darüber hinaus auch ein Night-Mode für das Arbeiten bei schwacher Beleuchtung.

Ist der Text einmal fertiggestellt, kann er in verschiedene Formate exportiert werden, als da wären:

  • Plain Text
  • HTML
  • PDF
  • Microsoft Word

Hinsichtlich des HTML-Exports ist erwähnenswert, dass — im Gegensatz zu Byword — eine Datei mit einer kompletten HTML-Struktur erstellt wird.

Der iA Writer lässt sich nicht mittels JavaScript oder Python erweitern. Ich denke aber dass diese Eigenschaft für die meisten Nutzer eher uninteressant sein dürfte.

Byword

Auch Byword ist ein von mir sehr geschätzter Editor, der durch seine Schlichtheit besticht. Er ist für OS X und iOS, nicht aber für Android, verfügbar. Auch bei diesem Editor lässt sich die Ansicht auf den aktuellen Absatzes fokussieren (hier als Line Focus bezeichnet). Ein Nacht-Modus ist ebenfalls vorhanden.

Des Weiteren gibt es bei diesem Editor Dinge, die dem iA Writer fehlen (was aber bisweilen nicht von Nachteil sein muss). Zum einen lässt sich die Schriftart und die Schriftgröße festlegen. Zum anderen stehen andere Exportformate zur Verfügung:

  • HTML
  • PDF
  • RTF
  • Microsoft Word
  • LaTeX

Hinsichtlich des HTML-Exports ist anzumerken, dass keine komplette HTML-Struktur erzeugt wird. Das ist durchaus nützlich, da man manchmal das HTML-Gerüst nicht benötigt, sondern nur den reinen Text.

Für alle Freunde von LaTeX ist selbstverständlich die entsprechende Exportmöglichkeit von Interesse. Sofern man einen anderen Editor als Byword nutzen würde, müsste man auf externe Tools (z.B. das großartige pandoc) zurückgreifen, um eine Umwandlung zu LaTeX durchzuführen.

Byword kann mittels eines In-App-Kaufs erweitert werden. Der geschriebene Text ließe sich dann — direkt aus Byword heraus — auf folgenden Plattformen veröffentlichen:

  • Medium
  • WordPress
  • tumblr
  • Blogger
  • Evernote

Focused

Die Anwendung Focused (ehemals Typed) von 71 Squared ist die dritte Anwendung, die ich hier vorstellen möchte. Sie ist nur für OS X verfügbar.

Focused hat weniger Exportmöglichkeiten (HTML und RTF), verfügt aber über einen Teilen-Button, über den der Text an andere Programme weitergegeben werden kann. Unter OS X stehen freilich die üblichen Standardprogramme zur Verfügung (Messages, Notes, AirDrop). Darüber hinaus tauchen hier aber auch jene Programme auf, die die Übergabe von Text erlauben (bei mir ist das beispielsweise die Aufgaben-Anwendung “2Do”).

Während ia Writer und Byword jeweils über einen Tag-/Nacht-Modus verfügen, kann in Focused zwischen drei Themes gewechselt werden.

Und da wäre noch eine Besonderheit, die meines Wissens kein anderer Markdown-Editor aufweist: Es gibt einen Zen-Modus, bei dem — einmal aktiviert — Klänge abgespielt werden. Die Entwickler führen auf ihrer Webseite dazu aus:

Zen Mode heightens your focus with a choice of eight carefully selected soundtracks. Perfect to help you relax and create great content, no matter what your deadline may be.

Fazit

Jeder Markdown-Editor bringt Besonderheiten mit sich. Insofern kann man keine Empfehlung für den Editor aussprechen. Wer beispielsweise direkt zu Medium veröffentlichen möchte, wird Byword bevorzugen. Die Anhänger des Minimalismus werden vermutlich iA Writer den Vorzug geben wollen. Und Focused bietet mit der Teilen-Funkton und dem Zen-Modus interessante Features, mit denen die anderen beiden Anwendungen nicht aufwarten können. Die Entscheidung bleibt Euch überlassen.


  1. Bei Markdown handelt es sich um eine Auszeichnungssprache, die von John Gruber — unterstützt von Aaron Swartz — entwickelt wurde. Ausführliche Informationen hierzu gibt es auf der Wikipedia-Seite zu Markdown.  ↩

Durch Benutzung dieser Website erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Mehr Informationen

Die Verwendung von Cookies dient dazu, Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf diese Website zu analysieren. Außerdem werden Informationen zur Nutzung dieser Webseite an Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weitergegeben.

Schließen