Textdateien können in macOS mit Text-Editoren bearbeitet werden. Standardmäßig steht dafür das Programm TextEdit zur Verfügung, das sich im Programme-Ordner befindet.
Darüber hinaus gibt es noch andere Anwendungen, mit denen Textdateien in macOS erstellt oder bearbeitet werden können, z.B. Sublime Text, BBEdit oder Visual Studio Code.
In diesem Artikel wollen wir aber einen Blick auf Programme werfen, mit denen in der Shell Textdateien bearbeitet werden können.
pico, nano und touch
Über die Shell kann eine Textdatei ebenfalls in einem herkömmlichen Texteditor geöffnet werden. Sofern hinsichtlich der zu verwendenden Standard-Anwendungen keine Veränderungen vorgenommen wurden, öffnet sich TextEdit, sobald in der Terminal-Anwendung mit dem Befehl open eine Textdatei geöffnet wird:
open <Name_der_Textdatei.txt>Wie können Textdateien aber direkt in der Terminal-Anwendung bzw. in der Shell bearbeitet werden? Früher stand dafür das Programm nano zur Verfügung. Heutzutage ist in macOS das Shell-Programm pico installiert. Eine Textdatei mit der Bezeichnung „Todo-Liste.txt“ könnte in der Shell mit der Anweisung
pico Todo-Liste.txtgeöffnet und bearbeitet werden. Der Befehl nano funktioniert aber weiterhin. Denn dahinter verbirgt sich ein symbolischer Link auf pico. Mit anderen Worten: Durch folgende Anweisung startet ebenfalls pico:
nano Todo-Liste.txtSollte die Datei bisher nicht existieren, wird sie neu erstellt. Alternativ kann eine leere Datei übrigens auch mit dem Befehl touch erzeugt werden:
touch Todo-Liste.txtvim
Als professionellere Anwendung für die Bearbeitung von Textdateien in der Shell steht das Programm vim zur Verfügung. Bleiben wir bei der Datei „Todo-Liste.txt“; sie könnte mit der Anweisung
vim Todo-Liste.txtin der Shell geöffnet werden. Sofern sie bisher nicht existiert, wird sie neu angelegt.
Vim ist schwieriger in der Anwendung, dafür aber auch viel mächtiger. Wer in der Shell viel mit Textdateien zu tun hat, sollte auf jeden Fall einen Blick auf diesen Editor werfen. Und diejenigen, die als Linux-Administratoren tätig sind, werden um vim nicht herumkommen, denn häufig ist es der einzige Editor, der standardmäßig installiert ist. (Und eine grafische Benutzeroberfläche steht auf Linux-Servern normalerweise nicht zur Verfügung.)
Um vim nutzen zu können, muss man sich vergegenwärtigen, dass es verschiedene Modi gibt. Nach dem Öffnen einer Textdatei mit vim, befindet man sich im Normal Mode. Die Möglichkeit, die Datei zu bearbeiten, ist in diesem Modus sehr eingeschränkt. So werdet ihr feststellen, dass die Eingabe von Text nicht funktioniert. Dafür muss mit i in den Bearbeitungsmodus, den Insert Mode, gewechselt werden.
Befindet man sich im Bearbeitungsmodus, dann ist für das Speichern der Datei zunächst die esc-Taste zu drücken. Dadurch findet ein Wechsel zurück zum Normal Mode statt. Jetzt erfolgt der Speichervorgang mit folgender Zeichenfolge:
:wDurch das Ausführen von
:qkönnte vim anschließend beendet werden. Und die Verwendung von
:wqkombiniert den Speichervorgang mit dem Beenden von vim.
Sofern eine Bearbeitung der Textdatei stattgefunden hat, führt die schlichte Ausführung von :q ohne ein vorheriges Speichern zu einer Fehlermeldung:
No write since last change (add ! to override)Soll keine Speicherung stattfinden, also geänderte Textstellen nicht übernommen werden, kann dies mit folgender Zeichenfolge erzwungen werden:
:q!Zu vim ließe sich sehr viel mehr sagen bzw. schreiben. Mit diesem Grundwissen möchte ich aber diesen Blogbeitrag schließen. An dieser Stelle nur noch folgender Hinweis: Zu vim gibt es mit dem Programm Neovim eine moderne Alternative, die es sich auszuprobieren lohnt.
Zuletzt aktualisiert am 9. September 2026
